Tränen

H. Schmid

Frage nicht nach meinen Thränen,

Glaube meinem treuen Sinn;

Ob ich lächle, ob ich weine,

Glaub' mir, daß ich glücklich bin.

Ach, ich möcht' die Welt umschlingen,

Allen bieten Luft und Glück,

Ach, den Tod -- ich möcht' ihn schlürfen

In mein Herz aus deinem Blick.

Und wenn dieses stille Sehnen

Aufgelöst an deiner Brust --

Ach, dann fließen meine Thränen --

Halb vor Schmerzen, halb vor Luft.

Diesen Zoll der reinen Liebe,

Nimm, Geliebte, nimm ihn hin,

Ob ich lächle, ob ich weine,

Glaub' mir, daß ich glücklich bin.