Unter Rosen
H. Schmid
Wo die Rosenhecken sind,
sitzt des Burgwarts braunes Kind
hinter Wall und Graben.
Edelherren und stolze Fraun
sieht sie in die blühenden Aun
aus den Toren traben.
Lächelnd sitzt das braune Kind,
durch die junge Seele rinnt
wundersüss ein Märchen.
Ihre Augen schliesst ein Traum,
über ihr im Eschenbaum
singt ein Amselpärchen.
Leichte Schritte -- Späherblick --
Schlägt ein Rosenzweig zurück:
"Dass ich dich nun habe!"
Kommt ein blonder Sausewind,
und des Burgwarts braunes Kind
küsst der Edelknabe.