Vor einem heiligen Hieronymus von Dürer

H. Schmid

Hier bin ich eigetreten,

mir Frieden zu erbeten

und Ruhe vor der Welt.

O inniges Entzücken,

von hier in Gott zu blicken,

der Einsamkeit gesellt!

Die Zell ist sanft und trübe,

durch Fenster dringt die Liebe

der Erdenlichter ein;

daß er mit seiner Süße

die Bücher keusch umschließe,

strömt rosger Abendschein

Nicht wahr, es ist, der dorten

sitzt mit den klaren Worten,

ein Jüngling und kein Greis.

Er lebt des reinen Brotes,

und auf den Kopf des Todes

lächelt ein lichter Kreis.

Die Tiere aus den Wüsten

schlafen samt ihren Lüsten

vor dieser Schwelle gern.

Es ruht die Glut der Sinnen,

hier quillt die Kraft aus innen,

die süße Kraft des Herrn.

Du sinnig, heilge Zelle,

vergönn an deiner Schwelle

dem Pilger fromme Ruh.

Du hast, wonach er trachtet,

dir quillt, wonach er schmachtet,

o schließ um ihn dich zu!