Horch auf, du träumender Tannenforst

H. Schmitt

Horch auf, du träumender Tannenforst,

Horcht auf, ihr blühenden Hecken,

Du Specht am Stamm, du Falk im Horst,

Ihr Rehe in euren Verstecken,

Du grüner Eidechs auf dem Stein,

Du Eichhorn in den Zweigen:

Das schönste Mädel Land aus Land ein,

Das gab sich mir zu eigen.

Der Eine brachte ihr Blumen dar

Mit seidnen Bändern umschlungen,

Ein Andrer Steine und Perlen gar,

Ein Dritter hat sie besungen.

Da kam ein fahrender Gesell,

Nicht hat er Geschmeide geboten,

Er hat ihr geschaut in die Äuglein hell,

Und geküsst ihre Lippen, die rothen.

Erst hat sie geweint, dann hat sie gedroht,

Am Ende mich fest umschlungen;

Es hat der sehnenden Minne Noth

Ihr Herz zu meinem gezwungen.

Und wäre des Reiches Herrlichkeit

Vom Kaiser als Tausch mir beschieden,

Ich spräche: Herr Kaiser, Ihr thut mir leid,

Geht weiter Herr Kaiser in Frieden.

Nun rausche lauter, du Wasserfall!

Stimm' ein in meine Freude,

Schwingt eure Glocken und Glöckchen all'

Ihr bunten Blumen der Haide,

Singt eure schönsten Melodein,

Ihr Finken auf den Zweigen.

Das schönste Mädel Land aus Land ein,

Das gab sich mir zu eigen.