Der Frühling läßt schön grüßen
H. Schrader
Vom Berge springt jung Felsenquell,
Auf grünem Hut den weißen Flaum,
Er klatschet in die Hände hell
Und jauchzt: Erwacht vom Wintertraum!
Die Lenzluft kommt in Zügen,
Die Vöglein sind im Fliegen,
Ihr Thäler schließet auf,
Ihr Blümlein kommt herauf:
Der Frühling läßt schön grüßen!
Die Felder und die Wälder all',
Vernehmen kaum die neue Mär,
Und schon beim ersten Lerchenschall
Steh'n frisch geziert sie ringsumher.
Die Finken freudig schlagen,
Die Blümlein duftig ragen,
Und wo ein Sternlein wacht,
Erglänzt's in neuer Pracht,
Der Frühling läßt schön grüßen!
Das Menschenherz in seinem Drang
Erschließt nun seinen Himmel auch --
Es strömen aus und ein Gesang,
Zwei Welten, Einen Lebenshauch!
Kein Flug noch höher schwinget,
Kein Garten so gelinget,
All' überall Schaffenstrieb
Und neue Lust und Lieb,
Der Frühling läßt schön grüßen!