Nachdem ich lag in meinem öden Bette
H. Schütz
Nachdem ich lag in meinem öden Bette,
ich sucht mein edles Licht,
ich sucht, ob ich den Liebsten bei mir hötte,
ich fand ihn aber nicht,
mich zwang die Brunst, das Lager zu verlassen,
ich laufe was ich kann hin durch die Stadt,
such um auf allen Gassen und treff ihn doch nicht an.
Ich fragte drauf die Wächter aus Verlangen:
Wisst ihr mein Leben nicht?
Und als ich war ein wenig fortgegangen,
da fand ich erst mein Licht,
ich griff ihn an, begierig ihn zu zwingen
zu meiner Mutter hin, ich musst ihn doch bis
in ihr Haus heimbringen und in die Kammer ziehn.
So große Lust ihr habt zu Reheböcken,
ihr Töchter Solyme,
so wenig sollt ihr meinen Liebsten wecken,
bis dass er selbst aufsteh.
Wer ist sie doch, die ihre Schönheit zeiget,
kömmt aus der Wüstenei, wie Rauch empor
von theuren Myrrhen steiget und vieler Specerei.