Herbstabend

H. Sommer

In stiller, ernster Klarheit

Steht der Mond am Himmelsrund,

Von leichten Nebeln bleich umweht

Erglänzt der Erde Grund

Und strahlet wieder seinen Schimmer

Mit fahlem, gauklerischem Flimmer.

Wie Elfen, tanzend im Gefild',

So wallt der Schleier hin,

Der um den Saum des Waldes quillt,

Des Abends Kunstgespinn,

Als würden tausend helle Wellen

Im schmucken Thale silbern schwellen.

Es liegt die Welt in tiefer Ruh'

Als wie ein schlummernd Kind,

Es drückt ihr sacht die Augen zu

Der linde Abendwind,

Und hold zu ihr herniederneigen

Sich süßer Friede,

Tiefes Schweigen.