Mein Herz ist die Quelle
H. Sommer
Mein Herz ist die Quelle, die Leben Dir schenkt,
Die stets unerschöpflich, erquickend Dich tränkt.
Mein Blut ist der Thau, der mein Blümchen begießt,
Das leise sein Häuptchen erwachend erschließt.
Es streichelt das Händchen die nährende Brust,
Wir schaun in die Augen uns, trunken vor Lust!
Dann lächelst Du herzig und seufzest und saugst,
Und weißt nicht, daß gar Nichts, zu gar Nichts Du taugst!
Du Spitzbub! ein einziges Lächeln von Dir,
Das schwebt wie ein Meistergemälde vor mir!
Du Schelmchen! ein Grübchen in Deinem Gesicht,
So schön sind die herrlichsten Blumen mir nicht!
Und gar Deiner Stimme bezaubernder Klang
Ist süßer, als Harfen-, als Sphärengesang!
Mein Herz ist die Quelle, mein Blut ist der Thau,
Und Du bist mein Abgott -- und weißt es genau!