Sir Aethelbert I
H. Sommer
Sir Aethelbert von Mercia
Ritt jagen in den Wald:
Er stieß in's Horn: Trara, Trara! - -
Was schweigt sein Ruf so bald?
Es bricht und knackt im dichten Tann,
Das Buchlaub raschelt leis,
Und vor ihm - o verlorner Mann!
Erschimmert's elfenweiß.
Sein Auge schließt sich glanzerschreckt:
Da naht auf weißem Reh,
Vom langen Goldhar
nur bedeckt,
Die weiße Waldesfe.
Wie zart, wie schlank, wie jung, wie weich,
Wie schämig und wie heiß -
Der Liebe höchstes Himmelreich
Giebt Elfen-Minne leis. -
Er hob den Arm: "Und wird's mein Tod, -
Mein eigen sollst du sein."
Sie aber sprach: "Es
wird
dein Tod:
Ich aber werde dein:
Und dein wird Wonne, nie geahnt
Von Erdenmann vor dir:
Schwörst du, wenn einst mein Bote mahnt,
Sofort zu folgen mir?"
"Ich folge dir zu jeder Stund':
Ich schwör's bei diesem Schwert:
Ein Kuß auf deinen rothen Mund
Ist tausend Leben werth."
Der Kukuk rief, -- die Schlange schlief
Goldkrönig auf dem Stein: -
Im Waldmos tief ein Brunnquell lief: -
Da ward die Elfin sein.