Und käm zu mir das schönste Weib

H. Sommer

Und käm zu mir das schönste Weib, das je geblüht auf Erden

Und spräch: "Mein wonniglicher Leib, er soll dein eigen werden,

Doch singen darfst du fürder nie, das Lied mußt du verschwören:" --

Ich sagte: "Du Vielschöne, flieh, du sollst mich nicht bethören."

Und stieg von seinem hohen Thron der König selber nieder,

Und riefe: "Nimm die reiche Kron', doch, lasse deine Lieder," --

Ich sagt': "Herr König, tausend Heil! Bleib du da oben thronen,

Die frohe Kunst ist mir nicht feil um tausend goldne Kronen."

Und läßt mich Gott zum Himmel ein, trotz aller meiner Mängel,

Und sagt: "Hier mußt du stille sein, hier singen nur die Engel:" --

Ich sagte: "Lieber Gott, laß mich auf deiner schönen Erden,

Denn ohne Lieder könnte ich auch droben froh nicht werden."