Hundstage

H. Strübing

Wie nun am dürren Ginsterhang,

Im braunen Stein, im goldnen Staub,

Im gilbenden Akazienlaub

Der Sommer seinen Überschwang

Austobt und in sich selbst verbrennt!

Aus dürrer Schote knistern schwarze Kerne,

Und abends hängen schwer die Sterne

Wie überreif am Firmament,

Das wie ein Puls im Fieber pocht

Und von verhaltnen Wettern kocht.

Wo eben noch in frohen Schauern

Das Leben feucht und spielend rann,

Keucht Sommer wütend hügelan

Der Höhe zu. Er will nicht dauern,

Er lechzt nach Rausch und Opferglück,

Ihn rief der Tod: auf hagrem Pferde

Jagt er voran und läßt die Erde

Erschöpft, verblüht, verbrannt zurück.

Und seufzend reckt sich Laub und Gras

Und raschelt hart und klirrt wie Glas.