Werdelust

H. von Glenck

In jähem Stoße erbebt das Haus,

Die Scheiben ächzen und stöhnen,

In fahlen Lüften ein dumpf Gebraus,

Die Wolken jagen, der Sturm holt aus

In lang gezogenen Tönen.

Er wühlt die Fluthen des Stromes auf,

Sie steigen gurgelnd und schäumen...

Er eilt in tollem, verwegenem Lauf

Des Berges schwindelnden Hang hinauf

Und reißt an den zitternden Bäumen.

Du sturmgewaltige Werdelust --

Ja, tose nur, tolle und wüthe!

Zerstöre, was du zerstören mußt --

Dann aber steck an die Erdenbrust

Des Frühlings schimmernde Blüthe!