Frühgang
H. Zilcher
Wir wandeln durch die stumme Nacht,
Der Tamtam ist verklungen;
Du schmiegst an meine Brust dich an,
Ich halte dich unschlungen.
Und wo die dunklen Ypern stehn,
Ernst wie ein Schwarz Gerüste,
Da fand ich deinen kleinen Mund,
Die rothe Perlenküste.
Und langsam sind wir weiter dann,
Weiß ich wohin? gegangen.
Ein hellblau Band im Morgen hing,
Der Tag hat angefangen.
Um Ostern war's, der Frühling will
Den letzten Frost entthronen.
Du pflücktest einen Kranz für mich
Von ersten Anemonen.
Den legtest du mir um die Stirn,
Die Sonne kam gezogen
Und hat dir blendend um dein Haupt
Ein Diadem gebogen.
Du lehntest dich auf meinen Arm,
Wir träumten ohn Ermessen.
Die Menschen all im Lärm der Welt,
Die hatten wir vergessen.