Trost
H. Zopff
Sieh Du die Welt nur freundlich an!
Sie lacht so gern, selbst unter Zähren,
Sie lacht auch Dir, laß sie gewähren,
Sie hat noch nie Dir weh gethan.
Bist Du nur froh, sie ist schon heiter,
Sie will Dein Glück, sie will Nichts weiter;
Die fromme Sorge kannst du ihr nicht nehmen.
Sieh Du die Welt nur freundlich an!
Doch bist Du wild und himmelstürmend,
Grollst, Hader doch auf Hader thürmend:
Du trägst die Schuld, Du böser Mann;
Sie zieht sich scheu von Dir zurücke,
Der sie verstört aus ihrem Glücke,
Sie weint, und will die Thränen Dir nicht zeigen.
Sieh Du die Welt nur freundlich an!
Und ob Dich Kreuz und Leid anfechte,
Harr' in Geduld durch lange Nächte,
Der Morgen kommt, die Nacht verrann.
Und blickt das Weltenaug' Dir wieder
So hold verweint und treu hernieder:
Du lächelst wohl hinauf und darfst auch weinen.