Sehnsucht

Hans Erich Pfitzner

Ich ging den Weg entlang, der einsam lag,

Den stets allein ich gehe jeden Tag.

Die Heide schweigt, das Feld ist menschenleer;

Der Wind nur weht im Knickbusch um mich her.

Weit liegt vor mir die Straße ausgedehnt;

Es hat mein Herz nur dich, nur dich ersehnt.

Und kämest Du, ein Wunder wär's für mich,

Ich neigte mich vor dir: ich liebe dich.

Und im Begegnen, nur ein einzger Blick,

Des ganzen Lebens wär er mein Geschick.

Und richtest du dein Auge kalt auf mich,

Ich trotze Mädchen dir: ich liebe dich.

Doch wenn dein schönes Auge grüßt und lacht,

Wie eine Sonne mir in schwerer Nacht,

Ich zöge rasch dein süßes Herz an mich

Und flüstre leise dir: ich liebe dich.