Voll jener Süße

Hans Erich Pfitzner

Voll jener Süße, die, nicht auszudrücken,

Vom schonen Angesicht mein Aug' empfangen,

Am Tag, wo lieber blind ich wär' gegangen

Um nimmer klein're Schönheit zu erblicken,

Ließ ich, was mir das Liebst'; und mit Entzücken,

Ist ganz in ihr des Geistes Blick umfangen,

Der, was nicht sie ist, wie aus einer langen

Gewohnheit haßt und ansieht mit dem Rücken.

In einem Tale, rings umher verschlossen,

Das meinen müden Seufzern Kühlung spendet,

Kam langsam, liebesinnend ich zur Stelle.

Da sah ich Frauen nicht, doch Fels und Quelle,

Und jenes Tages Bild, das unverdrossen

Mein Geist sich malt, wohin mein Blick sich wendet.