Vergängliches

Hans Gál

Wo sind die Stunden

Der süßen Zeit,

Da ich zuerst empfunden,

Wie deine Lieblichkeit

Mich dir verbunden?

Sie sind verrauscht. Es bleibet doch dabei,

Daß alle Lust vergänglich sei.

Das reine Scherzen,

So mich ergetzt

Und in dem tiefen Herzen

Sein Merkmal eingesetzt,

Läßt mich in Schmerzen.

Du hast mir mehr als deutlich kund getan,

Daß Freundlichkeit nicht ankern kann.

Das Angedenken

Der Zuckerlust

Will mich in Angst versenken.

Es will verdammte Kost

Uns zeitlich kränken.

Was man geschmeckt und nicht mehr schmecken soll,

Ist freudenleer und jammervoll.

Empfangne Küsse,

Ambrierter Saft,

Verbleibt nicht lange süße

Und kommt von aller Kraft;

Verrauschte Flüsse

Erquicken nicht. Was unsern Geist erfreut,

Entspringt aus Gegenwärtigkeit.

Ich schwamm in Freude,

Der Liebe Hand

Spann mir ein Kleid von Seide;

Das Blatt hat sich gewandt,

Ich geh im Leide,

Ich wein itzund, daß Lieb und Sonnenschein

Stets voller Angst und Wolken sein.