Der Lenz ist gekommen

Hans Sommer

Der Lenz ist gekommen

Ins harrende Land

Hat um sich genommen

Sein Blumengewand,

Es schallt von den Zweigen

Der Vögel Gesang,

Nach Trauern und Schweigen

Ein grüßender Klang.

Da regt sich ein Sehnen, da blühet die Lust,

Heraus, du mein Lied, aus der klopfenden Brust!

Es dränget zur Ferne,

Was frei und geschwind,

Es wandern die Sterne

Und Wasser und Wind.

Es wallen und weben

Die Wolken im Raum, --

Mit ihnen zu schweben,

Mein seligster Traum.

Ihr greifet den Blitz nicht am schmetternden Schaft.

Mich haltet ihr auch nicht in Fessel und Haft.

Ich habe getragen

Den heimlichen Schmerz,

Nicht länger in Klagen

Vertröst' ich mein Herz.

Den Speer will ich schwingen

Auf schnaubendem Pferd

Und singen und klingen

Soll Harfe und Schwert.

Ich fahre wie Sturm, der die Eiche zerspellt,

Hinaus in die Freiheit, hinaus in die Welt!