Herbstgefühl
Heinrich Esser
Wie wenn im frost'gen Luftzug tödtlich
Des Sommers letzte Blüthe krankt,
Und hier und da nur, gelb und röthlich,
Ein einzles Blatt im Windhauch schwankt:
So schauert über mein Leben
Ein nächtig trüber, kalter Tag;
Warum noch vor dem Tode beben,
O Herz, mit deinem ew'gen Schlag?
Sieh rings entblättert das Gestäude!
Was spielst du, wie der Wind am Strauch,
Noch mit der letzten, welken Freude?
Gib dich zur Ruh! Bald stirbt sie auch.