Herbsthauch

Heinrich Kaspar Schmid

Herz, nun so alt und noch immer nicht klug,

Hoffst du von Tagen zu Tagen,

Was dir der prangende Frühling nicht trug

Werde der Herbst dir noch tragen?

Läßt doch der spielende Wind nicht vom Strauch

Immer zu schmeicheln, zu kosen,

Rosen entfaltet am Morgen sein Hauch,

Abends zerstreut er die Rosen.

Läßt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,

bis er ihn völlig gelichtet.

Alles, o Herz, ist ein Wind und ein Hauch,

Was wir geliebt und gedichtet.