Liebesbotschaft

Heinrich Proch

Rauschendes Bächlein,

So silbern und hell,

Eilst zur Geliebten

So munter und schnell?

Ach trautes Bächlein

Mein Bote sey Du;

Bringe die Grüße

Des Fernen ihr zu.

All' ihre Blumen

Im Garten gepflegt,

Die sie so lieblich

Am Busen trägt,

Und ihre Rosen

In purpurner Gluth,

Bächlein, erquicke

Mit kühlender Fluth.

Wenn sie am Ufer,

In Träume versenkt,

Meiner gedenkend

Das Köpfchen hängt;

Tröste die Süße

Mit freundlichem Blick,

Denn der Geliebte

Kehrt bald zurück.

Neigt sich die Sonne

Mit röthlichem Schein,

Wiege das Liebchen

In Schlummer ein.

Rausche sie murmelnd

In süße Ruh,

Flüstre ihr Träume

Der Liebe zu.