Der Wächter
Heinrich von Sahr
Nächtlich macht der Herr die Rund',
Sucht die Seinen unverdrossen,
Aber überall verschlossen
Trifft er Thür und Herzengrund,
Und er wendet sich voll Trauer:
Niemand ist, der mit mir wacht. --
Nur der Wald vernimmt's mit Schauer,
Rauschet fromm die ganze Nacht.
Waldwärts durch die Einsamkeit
Hört' ich über Thal und Klüften
Glocken in den stillen Lüften,
Wie aus fernem Morgen weit --
An die Thore will ich schlagen,
An Palast und Hütten: Auf!
Flammend schon die Gipfel ragen,
Wachet auf, wacht auf, wacht auf!