Hildbold von Schwanegau
Hermann Erler
Unter dem Helme, unter dem Schild
Diene ich einer Frauen,
Stille im Herzen trag' ich ihr Bild,
Lasse es Niemanden schauen;
Aber sie weiß,
Daß ich mit Fleiß
Daran denke Tag und Nacht,
Nie sie spricht und wie sie lacht.
Rosenblumen brach ich mit ihr,
Wanden sie uns zum Kranze,
Trugen am Haupte die liebliche Zier
Unter der Linde beim Tanze.
Wie ich sie schwang,
Minnig umschlang,
Raunte sie mir rasch ins Ohr,
Daß sie heut ihr Herz verlor.
Schlüsselein drückte sie mir in die Hand
Heimelich unter der Linde,
Sagte mir Alles, wo in der Wand
Sicher das Pförtchen ich sinde.
Schlupf' ich hinein
Zu ihr allein,
Küß' ich sie an ihren Mund
Hunderttausend tausend Stund.