Rast
Hermann Reutter
Rast! Gast sein einmal. Nicht immer selbst
seine Wünsche bewirten mit kärglicher Kost.
Nicht immer
feindlich
nach allem fassen;
einmal sich alles geschehen lassen und wissen:
was geschieht, ist gut.
Auch der Mut muß einmal sich strecken
und sich am Saume seidener Decken
in sich selber überschlagen.
Nicht immer Soldat sein.
Einmal die Locken offen tragen
[und den weiten offenen Kragen
und in seidenen Sesseln sitzen
und bis in die Fingerspitzen
so:
nach dem Bad sein. ]
Und wieder erst lernen, was Frauen sind.
Und wie die weißen tun
und wie die blauen sind;
was für Hände sie haben,
wie sie ihr Lachen singen,
wenn blonde Knaben die schönen Schalen bringen,
von saftigen Früchten schwer.