Was mich zu Dir so mächtig zog

Hermann Riedel

Was mich zu dir so heftig zog

War nicht der Augen Allgewalt,

Der Schimmer nicht des goldnen Haar's

Und nicht die schlanke Huldgestalt.

Was mich zu dir so mächtig zog,

War deiner Stimme trüber Klang,

Der mir wie Nachtigallensang

Ins Herz, ins lebensmüde, drang.

Die Blässe deiner Wangen war's

Und deine Träne, die verriet,

Dass deine Seele tiefgeheim

Ein namenloses Weh durchzieht.