Heimweh
Hermann Schreyer
Nach der Heimat möcht' ich wieder,
In der Heimat möcht' ich sein,
Strahlt mir doch noch eins so golden
Dort der lieben Sonne Schein;
In der Heimat wohnt die Liebe,
In der Heimat weilt die Lust,
Und so bange, ach so bange,
Klopft das Herz mir in der Brust.
Süße Heimat!
Warum ist denn das Sehnen
Nach der Heimat trautem Herd,
Das mit süßer, stiller Schwermut
Mir das arme Herz beschwert? --
In der Heimat wohnt die Liebe,
In der Heimat weilt die Lust,
In der Heimat atmet freier
Wieder die bedrängte Brust.
Süße Heimat!
Seh' ich hier die grünen Fluren,
Dort der Schiffe Wimpel wehn,
Denk' mit Wehmut ich der Heimat,
Wo mir alles doppelt schön.
In der Heimat wohnt die Liebe,
In der Heimat weilt die Lust,
Und so bange, ach so bange,
Klopft das Herz mir in der Brust.
Süße Heimat!
Seh' ich Arm in Arm hier wandeln
Ein beglücktes Liebespaar,
Denk' ich, wie ich einst so glücklich
In der lieben Heimat war.
In der Heimat wohnt die Liebe,
In der Heimat weilt die Lust,
Und so bange, ach so bange
Klopft das Herz mir in der Brust.
Süße Heimat!
Vater! lieber Vater droben,
Laß es einmal noch geschehn,
Meine traute Heimat laß mich
Nur noch einmal wiedersehn.
In der Heimat wohnt die Liebe,
In der Heimat weilt die Lust,
[In der Heimat atmet freier
Wieder die bedrängte Brust.]
Süße Heimat!