Der Kranz
H. von Herzogenberg
Smilje pflückt am kühlen Bach Schön-Smilja,
Pflückte sich den Schooß voll und die Ärmel,
Flechtete davon drei grüne Kränzchen.
Einen will sie für sich selbst behalten,
Der Gefährtin sie den andern geben,
Läßt den dritten in das Wasser gleiten,
Biegt sich nieder, leise Worte flüsternd:
Schwimme, schwimm' o Du, mein grünes Kränzchen!
Schwimme bis zu Juris weißem Hofe,
Frag', mein Kränzchen, dorten Juris Mutter:
"Mutter, willst Du Juri nicht vermählen?
Freie ja nicht eine Wittwe für ihn,
Freie lieber ihm ein schönes Mädchen!" --