Seemanns Abschied

Wolf, Hugo

Ade, mein Schatz, du mocht'st mich nicht,

ich war dir zu geringe.

Einst wandelst du bei Mondenlicht

und hörst ein süßes Klingen:

Ein Meerweib singt, die Nacht ist lau,

die stillen Wolken wandern,

da denk' an mich, 's ist meine Frau,

nun such' dir einen Andern!

Ade, ihr Landsknecht', Musketier'!

wir zieh'n auf wildem Roße,

das bäumt und überschlägt sich schier

vor manchem Felsenschloße.

Der Wassermann bei Blitzesschein

taucht auf in dunklen Nächten,

der Haifisch schnappt, die Möven schrei'n,

das ist ein lustig Fechten!

Streckt nur auf eurer Bärenhaut

daheim die faulen Glieder,

Gott Vater aus dem Fenster schaut,

schickt seine Sündflut wieder!

Feldwebel, Reiter, Musketier,

sie müssen all' ersaufen,

derweil mit frischem Winde wir

im Paradies einlaufen.