Der dreifache Schnee

I. Moscheles

Was rauscht im Wald unter jedem Schritt

und macht das Herz mir so beklommen?

Dürr fällt das Laub unter meinem Tritt,

der Sommer hat Abschied genommen.

Du goldene Zeit, ade, ade!

Der Herbst schickt seinen Blätterschnee.

Wer hat ein Leichentuch ausgespannt,

so schaurig und kalt anzusehen?

D'rin ruht die Quelle im Schlaf gebannt,

kann nimmer zum Rauschen erstehen.

Der Winter sendet mit eis'ger Hand

den Schnee, gestreut aufs ganze Land.

Wer hat ein Brautkleid sich angetan,

das schimmert so weiß in der Sonne?

Der duft'ge Frühling will heut' sich nah'n

mit Knospen und Keimen und Wonne.

Er säuselt daher im Blütenschnee,

nun, Herbst und Winter, ade, ade!