Raubten mir ihn, meinen Lieben

I. Paderewski

Raubten mir ihn, meinen Lieben,

Mütterlein!

Haben weit ihn fortgetrieben,

Nimmer kann ich Arme froh sein.

Gab dem Priester die Korallen,

Daß Gesänge für ihn schallen

Im Kirchlein.

Er steht nun in blanken Waffen,

O Himmel!

Todeshand wird weg ihn raffen,

Kühler Wind sein Grab umwehen.

Nichts vermögen meine Tränen,

Nichts der Schutz des Liebesengels,

O Himmel!

Pflegt der Feind doch nie zu fragen,

Wer da fällt,

Ob auch Freunde ihn beklagen,

Die Geschwister Herzleid tragen,

Ob die Mutter will verzagen,

Jeder muss sein Leben wagen

In der Welt.

Hingestreckt vom Kugelregen

Im Felde,

Liegt er da, der wackre Degen,

Hilf du gnädig, Gott, und wolle

Daß die Wunden heilen mögen,

Im Felde.

Blick' auf uns aus Himmelshöhen,

Königin!

Höre meines Herzens Flehen,

Du, die thront im Sternenzelte,

Mögst du schützend bei ihm stehen,

Lasse mich ihn wiedersehen,

Königin!