Das Vaterhaus

I. von Seyfried

Wir rasseln durch ein Städtchen

so öd' und friedhofstill,

nur blass behaucht vom Monde,

der eben scheiden will.

Ein Kirchhof scheint das Städtchen,

ein Grabstein jedes Haus;

es seh'n die Fensterreihen

wie Epitaphien aus.

Inmitten ragt der Kirchturm

empor in Sternennacht,

der, wie das Bild des Heilands,

still ob dem Friedhof wacht.

Doch wie die nächt'ge Windsbraut

an Gräbern stürmt vorbei,

so brausen wir vorüber

an fahler Häuserreih'.

Und mit mir huscht Erinn'rung

vorüber Grab an Grab;

als Nachttau fällt die Träne

mir auf die Hand herab.

Ach, dort das kleine Häuschen

an wohlbekanntem Ort!

Der Jugend gold'ne Träume

sind all' begraben dort.