Sanft verglimmt des Tages Helle

Ida Becker, née Naumann

Sanft verglimmt des Tages Helle,

Und vom letzten Strahl geküßt

Liegt die glatte Meereswelle

Wie geschmolz'ner Amethyst.

Kaum ein Lüftchen rührt die Schwingen,

Schweigen rings und Abendgluth!

Nur der Fischer leises Singen

Schwebt verhallend auf der Fluth.

Jetzt erstirbt's; ihr Nachen gleitet

Ohne Laut dem Hafen zu,

Und um meine Seele breitet

Sich dein Zauber, Meeresruh'.