Die Tochter Jephtas
Isaac Nathan
Da die Heimat, -- o Vater, -- da Gott
Von der Tochter verlanget den Tod,
[Dein Gelübde den Feinden gab Schmerz:
Hier -- entblösst ist's -- durchbohre mein Herz!]
Und die Stimme der Klagen ist stumm,
Und mein Werk auf den Bergen ist um;
Wird die Hand, die ich liebe, mich weih'n,
Kann der Tod ja nicht schmerzlich mir seyn!
Und das schwör' ich dir treulich und gut,
Daß so rein ist mein kindliches Blut,
Als der Segen, den strömend es fleht,
Als hienieden mein letztes Gebet.
Ob die Jungfrau Jerusalems klagt,
Sey der Richter, der Held nicht verzagt;
Der Triumph kam durch mich euch herbey,
Und mein Vater, die Heimath sind frey!
Wenn das Blut, das du gabst, ist entwallt,
Die du liebtest, die Stimme, verhallt,
Sey gedenk mein, die Ruhm dir erwarb,
Und vergiß nicht, daß lächelnd ich starb!