Wir sassen am Wasser in Thränen
Isaac Nathan
Wir saßen am Wasser in Tränen
bei Babel und dachten den Tag,
wo den Schlächtern, den Feindes-Hyänen
die Feste von Salem erlag,
und die Töchter, gleich trauernden Schwänen,
zerstreute der grässliche Schlag.
Da traurig wir sah'n in den Schimmer
des Stromes, den Freiheit verklärt;
verlangt' man ein Lied, doch o nimmer
wird Feinden die Ehre gewährt!
Eh' welke die Rechte für immer,
eh' über die Harfe sie fährt!
Die Harfe wollen wir hängen
hier unter den Weiden am Strand.
Frei bleib' sie mit ihren Gesängen,
o Salem, dein einziges Pfand;
nie soll sie ertönen in Klängen
den Räubern vom heiligen Land!