Allein

J. Abenheim

Wenn alles ruhig ward bei Nacht,

kein Laut umher sich rührt,

und nur der Mond als stille Wacht

den Chor der Sterne führt,

wenn Alles rings so grabesstumm

im Sarg des Schlafes ruht,

da blick' ich wie erlöst herum

und denke: Nun ist's gut!

Nun bin ich mein, bin mein, bin mein,

die Welt gehöret mir,

ich bin ja einmal doch allein

mit mir, und, Gott, mit dir.

Die ihr mich quält so unbewusst,

ihr schlaft und lasst mir Ruh';

Herr bin ich meiner wunden Brust,

o blute, blute zu!

Kein unberuf'ner Arzt will dann

zur Qual mein Retter sein;

da kann ich weinen, beten,

nachhängen süßer Pein.

O die ihr Schlaf bedürft, o tauscht,

nehmt allen hin den mein',

mein Glück ist Wachen unbelauscht

allein, allein, allein!