Wehmut

J. Abenheim

Meine Lyra, schmerzvoll klagend,

tönt zum hehren Sternenzelt,

und mein Auge, trüb' und zagend

blickt zur jungen Frühlingswelt!

Weiß nicht, was so sehr mich drücket,

was mit solchem Weh' mich füllt.

Alles, was mich einst entzücket,

sich in düst're Farben hüllt!

Meiner Lieben Wonnelächeln

und des Lenzes mildes Weh'n,

seiner Düfte, Lüfte Fächeln,

nichts macht mir mein Leid vergeh'n!

Einst entstrahlte meinen Blicken,

Freude, dein gesegnet Licht!

Deine Rosen, nimmer schmücken

sie mein blasses Angesicht.

Nicht in Worten könnt' ich sagen,

was mit solchem Weh' mich quält.

Nur dem Himmel kann ich's klagen,

der nichts wieder auserzählt!

Leise, meine Saiten, leise

haucht's in sanften Tönen aus,

nur in eurer zarten Weise

steigt's zu meines Vaters Haus!