Ach Herr, mich armen Sünder

J. Ahle

Ach Herr, mich armen Sünder

Straf nicht in deinem Zorn,

Dein' ernsten Grimm doch linder',

Sonst ist's mit mir verlor'n.

Ach Herr, wolls't mir vergeben

Mein Sünd' und gnädig sein,

Dass ich mag ewig leben,

Entflieh'n der Höllenpein.

Heil' du mich, lieber Herre,

Denn ich bin krank und schwach.

Mein Herz betrübet sehre,

Leidet gross Ungemach.

Mein G'bein sind sehr zerbrochen,

Mir ist gar angst und bang,

Mein' Seel' ist auch erschrocken,

Ach, du Herr, wie so lang!

Herr, tröst' mir mein Gemüte,

Mein' Seel' rett', lieber Gott,

Von wegen deiner Güte

Hilf mir aus aller Not.

Im Tode ist's ganz stille,

Da denkt man deiner nicht.

Wer will auch in der Hölle

Dir danken ewiglich?

Ich bin von Seufzen müde,

Hab' weder Kraft noch Macht.

Im grossen Schweiß ich liege

Durchaus die ganze Nacht.

Mein Lager nass von Tränen,

Mein' G'stalt vor Trauern alt;

Zu Tod ich mich fast gräme,

Die Angst ist mannigfalt.

Weicht all', ihr Übeltäter,

Mir ist geholfen schon.

Der Herr ist mein Erretter,

Er nimmt mein Flehen an.

Er hört mein's Weinens Stimme,

Es müssen fallen um

All', die sind meine Feinde,

Sehr plötzlich kommen um.

Ehr' sei ins Himmels Throne

Mit hohem Ruhm und Preis

Dem Vater und dem Sohne

Und auch zu gleicher Weis'

Dem heil'gen Geist mit Ehren

In alle Ewigkeit,

Der woll' uns auch bescheren

Die ewig' Seligkeit.