Der Tag ist hin

J. Ahle

Der Tag ist hin, erlebet hab' ich nun

Auch diese Nacht. Dankopfer soll ich tun

Dir, o mein Gott, auf meines Herzens Stein.

Den lass Altar, das Herz die Wohnung sein.

Komm doch, mein Gott, verfüge dich zu mir.

Die Sünde, Tod und Teufel vor der Thür

Sonst fangen mich. Die schrecklich finstre Nacht

Mir Bangigkeit und Angst ums Herze macht.

Ich beichte dir die Sünde meiner Zeit

Und hoffe drauf dero Vergebenheit.

Entschütte auch all' meiner Sünden Last,

Kehr' ein bei mir mit deiner heil'gen Rast.

Behüte mich, o Gott, in meiner Ruh',

Dass nicht der Feind was meiner Seele tu',

Auch meinen Leib (verhänge drüber nicht,

Dass in der Nacht er etwas dran zerbricht).

Lass deine Macht, der Engel starkes Volk,

Um mich 'rum sein wie eine feste Wolk'.

Wie auf ein Schloss ist meine Zuversicht,

Gott, meine Burg, auf dich allein gericht't.

Verwahre mir auch den verschlaf'nen Sinn,

Dass träumend ich nicht etwa sündlich bin.

Erwecke mich zu rechter, früher Stund,

Dass auf den Tag dir danke, Gott, mein Mund.