Es ist genug

J. Ahle

Es ist genug; so nimm, Herr, meinen Geist

Zu Zions Geistern hin.

Lös' auf das Band, das allgemählich reisst,

Befreie diesen Sinn,

Der sich nach seinem Gotte sehnet,

Der täglich klagt, der nächtlich tränet:

Es ist genug!

Es ist genug des Jammers, der mich drückt,

Des Adams Apfel-Gier;

Das Sünden-Gift hat kaum mich nicht erstickt, Nichts Gutes wohnt in mir.

Was kläglich mich von Gotte trennet,

Das täglich mich beflecket nennet,

Des ist genug!

Es ist genug des Kreuzes, das mir fast

Den Rücken wund gemacht.

Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Last!

Ich schwemme manche Nacht

Mein hartes Lager durch mit Tränen.

Wie lang', wie lange muss ich sehnen!

Wenn ist's genug?

Es ist genug, wenn nur mein Jesus will,

Er kennet ja mein Herz.

Ich harre sein und halt' indessen still,

Bis er mir allen Schmerz,

Der meine sieche Brust abnaget,

Zurücke legt und zu mir saget:

Es ist genug!

Es ist genug, Herr. Wenn es dir gefällt,

So spanne mich doch aus.

Mein Jesus kommt, nun gute Nacht, o Welt!

Ich fahr' ins Himmels-Haus.

Ich fahre sicher hin mit Frieden,

Mein feuchter Jammer bleibt hienieden.

Es ist genug!