Der Korbmacher
J. Amon
Körbe! Körbe! Wer will Körbe?
Körbe groß und Körbe klein,
breite, leichte, schwere, lange,
grob und fein und superfein!
Will, mein Treu', sie billig geben,
hab' sie billig auch empfah'n;
ein paar Groschen für das Laufen,
und so bin ich schon vergnügt.
Lustig her, ihr Leutchen, kaufet,
und - damit ihr alles wisst -
sag' ich, dass die ganze Bürde
hübscher Kinder Arbeit ist.
Gar aus Gunsten, gar aus Gnaden
flicht für mich zu Stadt und Land
große Körbe, kleine Körbe
zarter Mädchen zarte Hand.
Kauft sie doch zum Angedenken
an so manches schöne Kind!
muss euch mahnen, dass für manchen
hier die letzten Körbe sind.
Lustig her! Da liegt ein stolzer
von der stolzen Herkuba,
dort ein schlanker, federleichter
von der leichten Lesbia.
Drüben steht mein allerschönster,
eingefasst in heiter Grün;
Grün ist süßer Hoffnung Farbe!
Hoch vor allen halt' ich ihn.
Hier ist einer, bunt mit Blumen
rings umflochten und geziert;
kaum, dass mitten unter Blumen
ihr die zähen Ruten spürt.
Oder wollt ihr einen derben,
plump und dürr und unverblümt?
Sieh, da steht ein ellenlanger,
der sich wahrlich selber rühmt!
Dort sind nach der alten Mode,
steif und stattlich aufgeputzt,
hier von nagelneuem Schnitte
spitz und luftig zugestutzt!
Da sind glatte, da sind rauhe,
diese geb' ich für gemein!
Doch da hängt ein wunderselt'ner,
der nicht scheint ein Korb zu sein!
Lustig her, ihr lieben Leute,
kauft die Ware, kauft mich aus!
Bin der Körbe gar so müde,
mich verlangt nach Heim und Haus!
Heida dort, du braunes Mädchen,
siehst so schlau die Körblein an;
gelt, das wär' ein Kapitälchen!
Willst du wohl den Körbelmann?