Das arme Mädchen

J. André

Ich bin ein armes Mädchen;

Nur sparsam täglich Brod

Verdien' ich noch am Rädchen;

Doch klag ich nicht um Noth.

Seid stille, stille, Sorgen!

Was soll das Bangen, das?

Heut' hab' ich g'nug, und Morgen

Gibt's wohl auch wieder was.

Und ob dem blauen Himmel

Wohnt aller Vater, Gott.

Er höret das Gewimmel,

Und kennt des Armen Noth.

Er sieht aufs Würmschen nieder

Das zwischen Halmen klimmt;

Nur flimmt und rasch ihr Glieder!

Mir ist es so bestimmt.

Die Reichen quält auch Kummer,

Hat jedes seinen Theil!

Auf Arbeit folget Schlummer:

Währt alles nur ein' Weil.

Dann bringt man mich ins Bettchen,

Gemacht aus Erde kühl!

Drum rundum, rundum, Rädchen!

Kannst dann auch ruhen viel.