Der Mensch vom Weibe geboren

J. Bach

Der Mensch, vom Weibe geboren

lebt kurze Zeit und ist voller Unruhe,

Er gehet auf wie eine Blume und fällt ab,

fleucht wie ein Schatten und bleibet nicht.

Ach wie nichtig, ach wie flüchtig

ist das Leben,

So dem Menschen wird gegeben.

Kaum, wenn er zur Welt geboren,

Ist er schon zum Tod erkoren.

Seiner Tage aller Plage

muß man sehen

Wie ein schneller Wind vergehen.

Kaum, wenn er zur Welt geboren,

Ist er schon zum Tod erkoren.

Menschenkinder, weil sie Sünder,

gehn zu Grunde

In der unvermeinten Stunde.

Wie die Nelken bald verwelken

und verderben,

So muß auch der Mensch hinsterben.

Kaum, wenn er zur Welt geboren,

Ist er schon zum Tod erkoren.

Menschenleben, das fleucht eben

wie ein Schatten,

Den wir an der Seite hatten.

Kaum, wenn er zur Welt geboren,

Ist er schon zum Tod erkoren.