Bier her!

J. Becker

Mein Vater, gar ein wack'rer Mann,

der hält den Luther wert

und hat mich früh schon einen Spruch

des frommen Herrn gelehrt;

der heißt: Wer nicht liebt Wein, Weib, Sang,

der bleibt ein Narr sein Leben lang,

und Narren sind wir nicht.

Und als ich in die Jahre kam,

tat ich nach seiner Lehr'.

Das Singen übte ich zuerst,

das fiel mir gar nicht schwer;

doch wo ich sang und musiziert',

ward ich hinauskomplimentiert

und an die Luft gesetzt.

D'rauf hab' ich's mit dem Wein versucht

uns stach manch' Fläschlein aus,

doch kam ich stets mit wüstem Kopf

katzjämmerlich nach Haus'.

Und wenn ich noch so tapfer trank,

ich siegte nie, die Flasche zwang

mich immer unter'n Tisch.

Da fasste ich zuletzt mir Mut

und macht' den Weibern Cour.

Ich schloss sie alle in mein Herz,

nicht etwa eine nur.

Doch wie ich mich gedreht, gebückt,

bei keiner ist es mir geglückt,

sich lachten all' mich aus.

Jetzt aber bin ich desperat,

ich will ihr Narr nicht sein;

den Weibern d'rum ein Pereat,

ein Pereat dem Wein.

Fort Sang und Luther, Wein, Weib, Welt!

Ein Narr, wer sich die Lust vergällt;

d'rum Bier her, bay'risch Bier!