Küssen und Weinen

J. Becker

Man kann nicht immer fröhlich sein,

das Herz hat oft ein Sehnen.

Ich weiß ein stilles Wässerlein,

das weint so süße Tränen;

die mag es nimmer missen,

denn immerdar sich küssen

die Tränen, die es weint.

Die Weiden werden grünen dann,

die Blumen wanken im Grunde,

aus der Tiefe steigt ein Klang heran

wie aus der Liebsten Munde.

Wie sich die Wellen küssen,

denk' ich: Die Wellen wissen

um meine Liebe wohl.