Rastlose Liebe

J. Berens

Es zieht mit heißem Sehnen,

mich rastlos von hier fort,

im Hoffen und im Wähnen

eil' ich von Ort zu Ort.

All' überall erscheinet,

dein Bild mir unverhüllt,

ich wähn' wir sind vereinet,

doch ist's nur Traumgebild.

Wo Blumen sich entfalten,

wo lind die Lüfte weh'n

in tausend Lichtgestalten,

glaub' ich dein Bild zu seh'n.

Selbst in des Baches Welle,

es mir entgegen quillt,

doch eil' ich hin zur Stelle

dann ist's nur Traumgebild.

Der Sonne Glanz enthoben,

auf nächtlich stiller Flur

aus jedem Stern da droben,

erlausch' ich deine Spur.

Doch such' ich stets vergebens,

nach deinem Blick so mild,

ach! eit'ler Wahn des Strebens,

es ist nur Traumgebild.