Am Strom
J. Böie
Es braust der Strom, es rauscht der Hain,
Ein Nebel hüllt die Sterne ein;
Ich bin mit meiner Lieb' allein,
Allein mit meinem Schmerz.
O einz'ger Stern, o Sonnenschein,
Geliebter Freund -- ich denke dein!
Wann wird es wieder Frühling seyn
Für dies verwaiste Herz? --
Du segelst jetzt auf weitem Meer
Allein auf öden Fluthen her;
Vielleicht umbraust gewitterschwer
Dich jetzt der Wogen Wuth!
O trüge mich die Welle hier,
O trüge mich der Sturm zu dir!
Und sänkest du, so sänken wir
Vereinigt in die Fluth!
Es schweigt der Sturm, es ruht der Hain,
Nun wird dein Kiel gelandet seyn.
Du kehrt in deine Hütte ein
Und ruhst in sich'rer Wacht;
Am Himmel glänzt des Vollmonds Schein,
Nun im Gebete denk' ich dein,
Und dich im Herzen schlaf' ich ein --
Geliebter -- gute Nacht!