Der verlassene Schiffer
J. Böie
Der Schiffer sitzt im Kahne,
Ihm thut das Herz so weh,
Er sieht die Wolken fliegen
Hoch oben in der Höh';
Und unten tief im Strome
Sieht er zwei Blumen steh'n,
Er sieht sie heiß sich lieben,
Und in die Augen seh'n.
Im flücht'gen Wolkenzuge
Liegt ihm sein todtes Glück,
Im düstern Nebelschleier,
'S kehrt nimmermehr zurück;
Die Blumen in den Strome,
Die kennt er gar zu gut,
Es zieht ein banges Sehnen
Ihn nieder in die Fluth.
Und als der Himmel strahlte
Vom goldnen Abendroth,
Der Nachen trieb an's Ufer:
Der Schiffer, der war todt.