Schnell bricht die dunkle Nacht herein

J. Böie

Schnell bricht die dunkle Nacht herein,

Laut braust der Sturmwind durch den Hain;

Mit Regen dräut die Wolke dort,

Schwarz zieht sie durch die Ebne fort;

Schon kehrt' der Jäger heim vom Moor,

Scheu kömmt ein Hühnervolk hervor;

Und ich geh' trüb und sorgenschwer

Hinab die stillen Au'n des Ayr.

Der Herbst beweint sein reifend Korn,

Das früh geknickt des Winters Zorn;

Am stillen, blauen Himmel sieht

Den Sturmwind er, der murrend flieht.

Wenn er so heult, gerinnt mein Blut --

Ich denke der empörten Fluth,

Die mir Gefahr droht auf dem Meer,

Fern von den schönen Au'n des Ayr.

Nicht schreckt's mich, daß die Brandung brüllt,

Daß jener Strand so tödtlich wild;

Ob vielgestaltig dräut der Tod,

Nichts fürchtet mehr der Sohn der Noth!

Nein, Fesseln trägt mein wundes Herz,

Und blutend bebt's in frischem Schmerz;

Denn brechen muß ich sie nunmehr,

Und fliehn den schönen Au'n des Ayr.

Lebt wohl nun, Coila's Berg und Höhn,

Ihr Thäler, Heiden, Moor und Seen,

Wo meine Phantasie so trüb

Gedenkt der unheilvollsten Lieb'!

Lebwohl euch Allen, Freund und Feind!

Daß Euch in Fried' und Lieb' vereint

Mein Herz, zeugt diese glühnde Zähr';

Lebt wohl, ihr schönen Au'n des Ayr!