Das Zigeunermädchen

J. Brixner

Ich sitze hier in dunkler Nacht

und flechte meine Locken;

das Feuer hab' ich angefacht,

ich harre unerschrocken.

Sie ruhen all' in Schlafesarm,

wir wollen sie betrügen.

Komm nur, ich will dich liebewarm

an meinem Herzen wiegen.

Wohl pfeift der Wind schon rau und kalt,

ich fühle nicht sein Wehen;

schon seh' ich deine Nachtgestalt

durch unser Lager geh'n.

Komm her und fühle meine Glut,

du schlanker Prinz der Heide!

Es hüpft zu dir mein junges Blut

in wilder Liebesfreude.

Ach, süße Nacht, wie gern durchwacht

in traulich stillem Kosen!

Es blühen dir in dunkler Nacht

der Liebe frische Rosen!

O mein Geliebter, komm!