Grablied

J. D'Alquen

Armer Mensch, sie haben viel

dich betrogen auf der Erde!

Fort von deinem stillen Herde,

weit ins trübe Weltgewühl

riss dich falscher Träume Spiel.

Ach, was hast du nun gefunden?

Tief im Herzen schwere Wunden!

Ruhe sanft vom Kampfe aus,

friedlich ist das enge Haus.

Bist so scheu zurückgebebt

vor des bleichen Todes Winken?

Sieh', du hast nun lang' gelebt,

und den Freudenkelch zu trinken

immer doch umsonst gestrebt.

Lass den Leib und seine Habe!

Wohl erstanden aus dem Grabe

sieht verkläret dein Gesicht

in ein schön'res Himmelslicht.

Drüben wandelt mancher Held,

mancher Heil'ge dir entgegen;

drüben wirst den Gram der Welt

nicht im wunden Herzen hegen,

denn der Geist ist dir erhellt.

Bist auf ewig abgeschieden

von dem Traumgedräng' hienieden;

alle Sorgen schlafen ein

über deinem Leichenstein.